Mrz 192017
 

Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung der Halswirbelsäule (HWS) und wird meistens durch einen Unfall ausgelöst. Typisch ist eine starke Beschleunigung des Kopfes, was zu negativen Auswirkungen auf die Halswirbelsäule führt. Ein Schleudertrauma kommt am häufigsten bei Unfällen im Strassenverkehr vor, kann aber als Ursache auch einen Sturz oder in einer Sportverletzung (z.B. Boxen) oder Freizeitverletzung (z.B. Fahrt auf Achterbahn) haben.

Beschwerden treten häufig erst Stunden oder einige Tage nach dem Unfall ein und können von alleine wieder verschwinden. Wichtig ist dennoch, beim Auftreten von Symptomen einen Arzt aufzusuchen, um die Beschwerden beweisen zu können. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Nacken-Schmerzen, Verspannungen und Ausstrahlungen. Weitere Symptome bei einem schweren Schleudertrauma sind u.a.

  • Schwindelgefühle
  • Sehstörungen
  • Leistungsabfall
  • Schlafstörungen
  • Gedächtnis- / Konzentrationsstörungen
  • Übelkeit
  • Visusstörungen
  • Reizbarkeit
  • Affektlabilität
  • schnelle Ermüdung
  • Depressionen
  • Wesensveränderungen

In der Regel ist – im Gegensatz etwa zu einem Armbruch – der Zusammenhang zwischen Unfall und den Symptomen schwierig nachzuweisen. Ein Hinweis ist, ob die Beschwerden innerhalb von 72 Stunden nach dem Unfall aufgetreten sind.

Manchmal wird auch von Simulation oder Simulanten im Zusammenhang mit dem Schleudertrauma gesprochen. Es lässt sich auch nicht bestreiten, dass in einigen Fällen mit einem vorgetäuschten Schleudertrauma Versicherungsbetrug begangen wurde. Es handelt sich dabei aber um Einzelfälle. Mittlerweile haben deswegen die Gerichte und der Gesetzgeber gegen solche Vorkommnisse reagiert. Die Invalidenversicherung IV bezahlt in der Regel keine Rente aufgrund eines Schleudertraumas mehr. Und im März 2011 wurde von den eidgenössischen Räten bestimmt, dass ab 2012 mindestens 17‘000 Renten gestrichen werden. Dies betrifft vor allem Personen, die eine IV-Rente wegen einem Schleudertrauma erhalten.

Allerdings ist zu beachten, dass die Praxis im Bereich der Unfallversicherung, sicher aber im Bereich der Haftpflichtversicherung, aktuell noch weniger streng ist. Während es also sein kann, dass eine Person keine IV-Rente aufgrund eines Schleudertraumas erhält, kann es dennoch möglich sein, Schadenersatz und eine Genugtuung von der Unfallversicherung zu erhalten. Sofern die Beschwerden nach einem Monat nicht abklingen, sollte man sich durch eine Fachperson (Rechtsschutzversicherung, Opferhilfestellen) beraten lassen. Diese können auch einen fachlich versierten Rechtsanwalt vermitteln.

Im Urteil 8C_100/2011 vom 01.06.2011 hat das Bundesgericht angemerkt, dass es sich explizit der Auffassung der Invalidenversicherung IV, dass eine Hals-Wirbelsäulen-Distorsion überwindbar sei, nicht anschliesst.
 

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Mrz 152017
 

Bei einem Autounfall oder generell bei einem Verkehrsunfall wird es schnell kompliziert. Nicht nur wegen den beschädigten Fahrzeugen, sondern vor allem, wenn auch Personen zu Schaden gekommen sind. Wenn Sie selbst Opfer bei einem Unfall im Strassenverkehr geworden sind, dann sollten Sie sich überlegen, sich durch einen Fachmann beraten zu lassen, wenn Sie Forderungen durchsetzen wollen.

Obligatorische Haftpflichtversicherung

Führer von Motorfahrzeugen wie Autos oder Motorrädern sind verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen. Der Grund ist klar: Schäden an Fahrzeugen können rasch mehrere zehntausend Franken betragen. Während dies viele Unfallverursacher noch bezahlten könnten, würden zu bezahlende Personenschäden die meisten Personen in den Konkurs treiben. Komplizierte Unfallschäden an Personen, die deswegen für eine bestimmte Zeit arbeitsunfähig oder sogar invalide werden, kosten rasch über 100‘000 Schweizer Franken.

Fahrzeughalter müssen für Schaden aufkommen

Auch sich absolut korrekt verhaltende Lenker müssen aufgrund der Betriebsgefahr für Schäden teilweise aufkommen, wenn sie in einen Unfall verwickelt sind. Ein Auto, ein Motorrad, eine Eisenbahn und ein Tram gelten als gefährliche Verkehrsmittel. Weil sie über ein schweres Gewicht und über eine hohe Geschwindigkeit verfügen, geht von ihnen eine Betriebsgefahr aus. Weil von einem solchen Verkehrsmittel eine Betriebsgefahr ausgeht, haftet der Lenker des Fahrzeuges automatisch, selbst wenn er keine Schuld am Unfall trägt.

In der Praxis bedeutet dies, dass bei einem Zusammenstoss zwischen einem Auto und einem Fussgänger der Autolenker bzw. dessen Haftpflichtversicherung für einen Teil des Schadens aufkommen muss (bei Kindern oft sogar für den ganzen Schaden), auch wenn sicher der Autolenker korrekt verhalten hat. Dies hängt stets vom konkreten Fall ab.

Von einem Fahrrad geht jedoch keine Betriebsgefahr aus. Doch auch für Velofahrer gibt es eine obligatorische Haftpflichtversicherung: die Velovignette. Die Velovignette dient als Haftpflichtversicherung für Fahrradfahrer. Verletzen Sie als Radfahrer z.B. einen Fussgänger schwer, dann kann das für Sie sehr teuer werden. Die Velovignette zahlt für Personen- und Sachschäden mit einer Garantiesumme bis zwei Millionen Schweizer Franken. Der Kauf der Vignette für wenige Franken lohnt sich, zumal man auch mit 40 Franken von der Polizei gebüsst werden kann, wenn man ohne Vignette Fahrrad fährt. Hinweis: Das Parlament hat entschieden, die Velovignette per Anfang 2012 abzuschaffen. Zukünftig werden die privaten Haftpflichtversicherungen für durch Velofahrer verursachte Schäden aufkommen.

Was tun bei einem Unfall im Strassenverkehr?

Ein Unfall ist eine Stresssituation. Umso wichtiger ist es zu versuchen, klar zu denken. Bei einem grösseren Unfall wird nebst einem Rettungsdienst die Polizei beigezogen. Sind Personen verletzt worden, ist man sogar dazu verpflichtet, die Polizei beizuziehen. Diese wird die Situation am Unfallort aufnehmen, was einem hilft, dass der eigene Schaden später einfacher ersetzt wird.

Sind keine Personen verletzt worden, so kann man auch nur das europäische Unfallprotokoll ausfüllen. Dieses erhält man von der eigenen Fahrzeughaftpflicht-Versicherung und es sollte im Auto –z.B. im Handschuhfach – deponiert werden. Wichtig ist, dieses Protokoll möglichst genau und ausführlich auszufüllen und von den in den Unfall involvierten Personen unterschreiben zu lassen. Mündliche Aussagen sollten Sie schriftlich festhalten, ansonsten wird die Durchsetzung von Forderungen später sehr schwierig werden.

Wurden Sie selbst verletzt, dann sollten Sie auf den Beizug der Polizei bestehen. So wird es einfacher, später zu beweisen, wer die Schuld am Unfall trägt. Denn: Als geschädigte Person müssen Sie diesen Beweis erbringen.
 

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Mrz 092017
 

Es kann sein, dass Sie auf dieser Webseite gelandet sind, weil Ihnen die Versicherung die Leistungen gekürzt hat oder überhaupt nichts bezahlen will. Dies ist z.B. möglich, wenn Sie eine starke Mitschuld am Unfall tragen. Anwälte und Gerichte unterscheiden hier mehrere Begriffe:

  • Absicht
  • Grobfährlässigkeit
  • Vorzustand
  • Quotenvorrecht des Geschädigten

Absicht

Wenn sich jemand absichtlich einen Schaden zufügt, um dafür Leistungen einer Unfallversicherung oder anderer Versicherungen zu erhalten, geht leer aus. Wer sich beispielsweise absichtlich verstümmelt, um Geld von der Versicherung zu erhalten, erhält keine Leistungen. Das gleiche gilt bei Selbstmord oder bei Tötung eines Versicherten – hier erhalten auch die Angehörigen des Verstorbenen keine Leistungen.

Grobfahrlässigkeit

Solche Vorfälle kommen jedoch selten vor. Öfters ist Grobfahrlässigkeit im Spiel. Wenn jemand grundsätzliche Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet, dann kann es sein, dass die Versicherung je nach Höhe des eigenen Verschuldens die Leistungen kürzt. Dabei muss jeder Fall einzeln geprüft werden, und es besteht ein relativ grosser Ermessensspielraum. Hier kann beispielsweise ein Anwalt helfen, einer grobfahrlässig vorgegangenen Person zu einer geringeren Reduktion der Leistung zu verhelfen, als dies die Versicherung eingeschätzt.

Anhand von früheren Gerichtsurteilen kann oft abgeleitet werden, wie hoch ein Richter die eigene Grobfahrlässigkeit einschätzen könnte und wie hoch die Leistungskürzung der Unfallversicherung ausfallen könnte. Ein Rechtsanwalt bietet hier Hilfe, da er Kenntnis und Zugriff auf die betreffenden Urteile hat. Zur besseren Veranschaulichung geben wir Ihnen drei Beispiele für die Leistungskürzung durch Grobfahrlässigkeit:

  • Fahrt auf Motorrad, ohne dabei den Helm getragen zu haben: 10 Prozent
  • Überfahren einer roten Ampel bei guter Kenntnis der Kreuzung: 20 Prozent
  • Springen aus einem relativ schnell fahrenden Zug: 50 Prozent

Die Beispiele sind nur Anhaltspunkte, entscheidend sind letztendlich die konkreten Umstände.

Hinweis: Kinder im Strassenverkehr gelten erst ab einem bestimmten Alter als voll zurechnungsfähig. Je nach Alter und konkreter Situation werden Leistungen nicht oder weniger stark im Verhältnis zu einem Erwachsenen gekürzt.

Vorzustand (konstitutionelle Prädisposition)

Wenn jemand schon vor dem Unfall gesundheitlich angeschlagen war, dies sich jedoch noch nicht zeigte, spricht man von einem latenten Vorzustand.

Hätte sich dieser Vorzustand auch ohne einen Unfall negativ auf die Gesundheit ausgewirkt, so kann von der Haftpflichtversicherung ab diesem Zeitpunkt nichts mehr geltend gemacht werden.

Sofern sich der Vorzustand ohne Unfall nicht ausgewirkt hätte, dann könnte die Haftpflichtversicherung belangt werden. Der Schaden wird allfällig gekürzt, jedoch unter Vorbehalt des Quotenvorrechts.

Quotenvorrecht des Geschädigten

Sofern die Leistungen wegen einem Selbstverschulden oder eines Vorzustandes gekürzt werden, hat der Geschädigte Vorrang gegenüber den Regressansprüchen seines eigenen Versicherers. Je nachdem kann es also sein, dass man trotz Selbstverschulden oder Vorzustand die vollen Leistungen erhalten kann. Einzelheiten kann Ihnen ein Spezialist erklären.

Jan 142017
 

Ein Autounfall kann schlimme Folgen haben. Das sind in erster Linie die Verletzungen bei einer Person – und mögliche Spätfolgen – sowie der finanzielle Schaden. Der finanzielle Schaden entsteht durch die Verletzungen sowie durch die Beschädigung des Autos oder anderen Gegenständen.

Auch wenn der Lenker des Autos selbst nicht Schuld am Autounfall ist, kann es sein, dass er dennoch haftbar ist. Gerade wenn im Verkehrsunfall der Autofahrer und z.B. ein Fussgänger beteiligt sind, dann ist der Autofahrer auch haftbar, wenn er sich korrekt verhalten hat. Das Opfer hat Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz vom Autofahrer, auch wenn dieser unschuldig war.

Dieses Schmerzensgeld und der Schadenersatz werden idR durch die obligatorische Haftpflichtversicherung des Autolenkers gedeckt.

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