Mrz 242017
 

Die Schweiz ist ein soziales Land mit einem starken sozialen Netzwerk. So gibt es eine Vielzahl von Versicherungen und Institutionen, die im Falle von Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit oder Erreichen des Pensionierungsalter eingreifen und Schweizer unterstützen. In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Übersicht mit den wichtigsten Schweizer Sozialversicherungen.

VersicherungZielKonzeptVersicherteLeistungenBeiträge
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)Sicherung des
Existenzminimums
der Betagten und
Hinterlassenen
Obligatorische VersicherungIn der Schweiz wohnhafte oder erwerbstätige PersonenAltersrente
Witwen- und
Witwerrente
Waisenrenten
Hilfslosenentschädigung
Alle Erwerbstätigen zwischen dem 17. Geburtstag und dem ordentlichen Rentenalter. Angestellte und Arbeitgeber teilen sich Beiträge hälftig; CHF 460 Mindestbetrag
Invalidenversicherung (IV)Schutz vor den wirtschaftlichen Folgen einer dauerhaften Verminderung der ErwerbsfähigkeitObligatorische VersicherungIn der Schweiz wohnhafte oder erwerbstätige PersonenInvalidentrente
Kinderrente
Hilflosenentschädigung
Eingliederungsmassnahmen
Prävention
Gleiche Grundsätze wie bei AHV
Angestellte und Arbeitnehmer zahlen je 0.7% des Einkommens
Ergänzungsleistungen (EL) zu AHV und IVDeckung des Existenzbedarfs von AHV- und IV-BezügernBeitragsunabhängige BedarfsleistungenPersonen mit AHV- oder IV-Rente mit Wohnsitz und Aufenthalt in der SchweizErstattung Differenz zwischen gesetzlich anerkannten Ausgaben und dem anrechenbaren EinkommenFinanzierung der EL zu fünf Achteln durch Bund und zu drei Achteln durch Kantone
Unfallversicherung (UVG)Schutz vor wirtschaftlichen
Folgen
von Berufsunfällen
und Nichtberufsunfällen
Obligatorische Versicherung für ArbeitnehmerArbeitnehmerPflegeleistungen
Kostenvergütungen
Geldleistungen (Taggelder, Renten, Integritätsentschädigung)
Berufsunfälle und Berufskrankheiten durch Arbeitgeber bezahlt
Versicherung Nichtbetriebsunfälle durch Arbeitnehmer bezahlt (direkter Lohnabzug)
Berufliche Vorsorge (Pensionskasse)Sicherung der gewohnten LebenshaltungObligatorische Vorsorge für Arbeitnehmer mit einem Einkommen über 24'120 FrankenArbeitnehmer; Selbständigerwerbende (freiwillig)Altersrente
– Witwenrente
– Waisenrenten
– Invalidenrente
Durch die Pensionskasse des Arbeitnehmers festgelegt. Der Arbeitgeber zahlt mindestens so viel wie der Arbeitnehmer.
Gebundene individuelle Vorsorge (Säule 3a)Deckung zusätzlicher Bedürfnisse im AlterFreiwillige, steuerlich abzugsfähige BeiträgeEinzahlende Personen können Ihr einbezahltes Kapital plus Zinsen ab Erreichen der Bezugsberechtigt beziehenIdR angespartes AlterskapitalMaximal 6'682 Franken (Angestellte) oder max. 20% des Lohns (Selbständige)
Krankenversicherung (KV)Schutz vor den
wirtschaftlichen
Folgen der Krankheit
und Mutterschaft
Obligatorische Grundversicherung nach KVG, freiwillige VersicherungenIn der Schweiz wohnhafte PersonenGrundversicherung (abzüglich Franchise und 10% Selbstbehalt bis 700 Franken):
- Leistungen bei
Krankheit,
Mutterschaft,
Unfall, Geburtsgebrechen
– medizinische
Prävention
– besondere Leistungen
bei
Mutterschaft
Grundversicherung: Abhängig von Altersklasse (Kind, junge Erwachsene, Erwachsene), gewählter Franchise (6 Stufen von 300 bis 2'500 Franken für Erwachsene), Prämiensparmodell (z.B. HMO, Hausarztmodell) und Prämienregion.
PrivatversicherungenWeitere Leistungen bei Krankheit, Unfall oder ErlebenFreiwillige VersicherungVersicherungsnehmerNach Vereinbarung:
Taggelder
Kapital bei Invalidität
Alterskapital
Heilungskosten
Durch versicherte Person
HaftpflichtversicherungDeckung HaftpflichansprücheFreiwillige private Haftpflichtversicherung, obligatorische MotorfahrzeughaftpflichtversicherungHaftpflichtige PersonenDeckung von nicht gedecktem Schaden:
Erwerbsschaden
Haushaltschaden
Heilungskosten
Pflegekosten
Genugtuung
Anwaltkosten
Durch versicherte Person
Familienzulagen (FZ)Unterstützung von Familien mit KindernKantonal geregelte Entschädigung für FamilienArbeitnehmendeKinderzulagenDurch Arbeitgeber, teilweise durch Selbstständigerwerbende
Mrz 032017
 

Bei Haftpflichtversicherungen gibt es unterschiedlich lange Verjährungsfristen. Sobald eine Forderung verjährt ist, ist sie gesetzlich nicht mehr durchsetzbar. Bei Eintreten eines Schadens ist es also wichtig, dass Sie sich ein Bild über die Verjährungsfristen machen. Eventuell ist bereits hier der Beizug eines Anwalts lohnenswert, denn die Fristen zur Verjährung sind unterschiedlich lang. Sind zwei verschiedene Fristen denkbar, dann sollten Sie sicherheitshalber von der kürzeren Frist ausgehen.

Verjährungsfristen Haftpflichtrecht

Die wichtigsten Verjährungsfristen im Haftpflichtrecht sind:

Motorfahrzeughaftpflicht: Zwei Jahre ab Kenntnis des Schadens

Produkthaftpflicht: Drei Jahre ab Kenntnis des Schadens durch ein mangelhaftes Produkt

Körperverletzung oder fahrlässige Tötung: Sieben Jahre ab Unfall

Unfälle ohne spezielle Verjährungsfrist: Ein Jahr ab Kenntnis des Schadens und des Verursacher des Schadens, maximal 10 Jahre nach der schädigenden Handlung

Opferhilfe: Für Straftaten, die nach dem 01.01.2007 begangen wurden, beträgt die Frist grundsätzlich 5 Jahre ab Straftat oder ab Kenntnis der Straftat (bei früheren Fällen gilt die zweijährige Verwirkungsfrist). Bei gewissen schweren Delikten an Kindern kann das Opfer bis zum vollendeten 25. Altersjahr Gesuch um Genugttung und Entschädigung einreichen

Unterbrechung Verjährungsfrist

Die Verjährungsfrist kann jedoch unterbrochen werden. Dazu muss die verunfallte Person eine der folgenden Handlungen ausführen:

  • Betreibung des Schuldners (in der Regel die Versicherung)
  • Klage oder Einrede bei einem Gericht (in der Regel gegen die Versicherung)
  • Sühneversuch (Einladung zum Friedensrichter)

Oft ist es auch so, dass die Versicherung selbst auf eine Verjährung verzichtet. In einem solchen Verjährungsverzicht bestätigt die Versicherung, für eine bestimmte Dauer auf die Verjährung des Falls zu verzichten. Erreichen Sie oder Ihr Rechtsanwalt, dass die Versicherung Ihnen den Verjährungsverzicht bestätigt, dann sind die obigen drei Punkte nicht notwendig, um die Verjährung zu unterbrechen.

Hinweis: Verjährungsfragen sind äusserst komplex, z.B. ist manchmal bereits die Frage, ab wann das Opfer Kenntnis des Schadens hatte, schwierig zu beantworten. Deswegen sollte bei solchen Fragen ein juristischer Beistand zugezogen werden, denn ist die Verjährung abgelaufen, kann man nichts mehr unternehmen.
In gewissen Kantonen gibt es Verwirkungsfristen, die vom Strafrecht abhängen und kantonal unterschiedlich sein können. Die Verwirkung lässt sich nicht unterbrechen. Je nach Kanton muss man ein Gesuch oder eine Klage einreichen um die Fristen zu waren. Deswegen sollten man solche Fälle durch einen Experten oder einen spezialisierten Rechtsanwalt abklären lassen.